Wer vorgestern die Reise nach Paderborn antrat, wusste: Das hier ist kein normales Regionalliga-Spiel. Wir trafen auf einen Gegner, der im letzten Jahr noch einer anderen Klasse angehörte.
Die Paderborn Dolphins kommen frisch aus der GFL1, dem Oberhaus des deutschen Footballs. Auch wenn diverse Gründe dazu führten, dass sie nun in der Regionalliga neu angreifen, steckt in diesem Verein noch immer Spuren der ersten Bundesliga. Mit einem etablierten Coaching-Staff und einem Kader gespickt mit Top-Athleten waren die Rollen klar verteilt. Doch der Amboss kam nicht, um Ehrfurcht zu zeigen – wir kamen, um zu kämpfen.
Der harte Kampf gegen die Flut
Nach dem gewonnenen Cointoss startete unsere Defense gegen eine brandgefährliche Paderborner Offensive. Der mobile Quarterback Xavier Powell (#3) und Runningback Jonathan Gripp (#27) machten mächtig Druck. Trotz erbittertem Widerstand war es schließlich Gripp, der den Ball zum 0:7 in unsere Endzone trug.
Doch der Amboss antwortete sofort mit einem Donnerschlag! Antonio „Tre“ Bass (#10) brachte uns mit einem starken Return in Position, und direkt im ersten Play feuerte unser Quarterback einen Quick-Out auf Kenneth Rawls (#0), der für 35 Yards über den Platz pflügte. Dass dieser Drive durch kleine Fehler und Flaggen noch nicht belohnt wurde, schürte nur das Feuer in uns.
Bärenstarke Defense & Zentimeter-Entscheidungen
Unsere Defensive Line und die Linebacker leisteten Schwerstarbeit. Paderborn wurde zum Passspiel gezwungen. Als der US-Neuling der Dolphins, Jonathan Singleton (#33), zum Tanz ansetzte, hielten wir mit allem dagegen, was wir hatten.
Besonders dramatisch wurde es vor der Pause: Liam Hagemann (#8) wehrte einen entscheidenden vierten Versuch spektakulär ab. Und dann der Aufreger, im nächsten Drive unserer Offensive:
Tre Bass (#10) raste über 60 Yards in die Endzone – doch die Referees nahmen uns die Punkte durch eine Strafe wieder weg. Kurz darauf ein Schockmoment, als sich die Nummer 53 der Paderborner verletzte. An dieser Stelle: Beste Genesungswünsche vom gesamten Amboss!
Die Rettung vor der Halbzeit? Mikka Konzack (#3)! Mit den Fingerspitzen lenkte er das gegnerische Field Goal gegen den Pfosten. Es blieb beim hauchdünnen 0:7.
Die Aufholjagd der Giganten
Nach der Pause war der Wille greifbar. Dario Bonanno Martin (#4) trug den Kickoff bärenstark zurück, und dann passierte es: Dank einer überragenden Block-Arbeit der gesamten O-Line riss Tre Bass (#10) die Lücke auf und sprintete über 60 Yards zum Touchdown! (6:7).
Doch Paderborn schlug eiskalt zurück. Ein 65-Yard-Pass auf Dennis Schmidt (#16) und später ein 75-Yard-Play von Marlon Winter (#88) ließen den Vorsprung der Dolphins auf ein bedrohliches 6:23 anwachsen. Viele hätten uns hier abgeschrieben. Aber nicht dieser Kader.
Die Crunchtime: Wenn Helden geboren werden
Der Wahnsinn begann im letzten Viertel. Ben Hohmann (#5) jagte den gegnerischen QB aus der Pocket, während Nick Zimmermann (#29) und wieder Mikka Konzack (#3) in der Endzone jeden Passversuch auf Singleton im Keim erstickten.
Dann die Wende: Tre Bass (#10) tankte sich zum 13:23 durch. Und jetzt wurde es taktisch genial: Den anschließenden Onside-Kick sicherte sich unser Defense-Captain Leon Jäger (#44) mit purer Entschlossenheit! Wenig später bediente Adrien Roux (#12) unseren Kenneth Rawls (#0), der das Leder mit einem spektakulärem One-Handed-Catch aus der Luft pflückte (19:23).
Noch 3:22 Minuten. Erneuter Onside-Kick! Der Ball tanzte, Paderborn patzte, und Mikka Konzack (#3) sicherte das Ding! Direkt im ersten Play danach: Tre Bass (#10) ist nicht zu stoppen – 60 Yards – FÜHRUNG! (25:23).
Das Herzschlag-Finale
Es war nichts für schwache Nerven. Nick Zimmermann (#29) fing eine Interception ab und anstatt die Uhr zu verwalten, blieb der Amboss aggressiv: Tre Bass erzielte seinen nächsten Touchdown zum 31:23!
Doch Paderborn gab nicht auf. Ein früher Tackle durch Lars Runge (#20) ließ die Paderborner an der eigenen 15 Yard Linie starten. Doch die Dolphins zeigen Willensstärke und glichen einige Sekunden vor Schluss zum 31:31 aus.
Verlängerung? Nicht mit uns!
Die Uhr zeigt unter 20 Sekunden, die Nervosität steigt. Der Amboss arbeitet sich noch etwas noch vorne, für ein Field Goal Versuch reicht es jedoch nicht. 7 Sekunden vor Ende. Ball an der 35-Yard-Linie. „Beast Formation“. Der Snap geht auf Tre Bass (#10). Er täuscht den Lauf an, bricht ab und wirft den Ball auf Kenneth Rawls (#0).
Kenneth fängt ihn an der 2-Yard-Linie, dreht sich… TOUCHDOWN! DIE UHR ZEIGT NULL!
Endstand 37:31. Der Amboss hat nicht nur gewonnen, er hat ein Statement gesetzt!
Stolz, Ehre und purer Remscheider Stahl!
Stimmen zum Spiel:
O-Line Coach Christian Müller:
,,Nicht aufgegeben, nur an das nächste Play denken und performen. Das war kein Zufall – wir ziehen durch bis abgepfiffen wird.“
Defensive Coordinator Joe Konzack
,,Ich bin Stolz auf die Jungs, die Defense hat den Anfang verpennt aber dann das Spiel knappgehalten, bis die Offense ins Rollen kam. Am Ende kam, wegen der gezeigten Widerstandsfähigkeit, ein verdienter Sieg. Verbesserungspotential ist natürlich weiterhin gegeben.“
Defensive Captain Leon Jäger:
,,War ein echter Krimi, genau die Spiele, die wir lieben!
Die Defense hat ihr Ding gemacht, stark gehalten und das Team im Spiel gehalten.
Die Offense hat ihr Ding gemacht, Druck gemacht, nicht aufgegeben und am Ende haben wir als Team den Sieg geholt“